Feb

23

2009

2 Verdächtige nach Bombenanschlag in Kairo festgenommen

Abgelegt in Ägypten

Der Anschlag ereignete sich am Rande des Khan-el-Khalili-Bazars in der Altstadt von Kairo in der Nähe eines dortigen Cafes am frühen Abend des gestrigen Sonntags. Insgesamt wurden bei dem Bombenanschlag – laut den Angaben der ägyptischen Sicherheitskräfte – mindestens 25 Menschen verletzt und eine 17-jährige Französin so schwer verwundet, dass sie ihren Verletzungen im Krankenhaus erlag.

Unter den Verletzten waren 17 Mitreisende einer französischen Jugendgruppe. Genauere Hintergründe des Attentats sind noch unbekannt – möglicherweise können die ersten Festnahmen weitere Details aufklären.
Die französische Jugendgruppe war nur noch unterwegs, um letzte Einkäufe vor dem Rückflug zu tätigen, als sie von dem Sprengsatz getroffen wurde. 14 der verletzten Jugendlichen konnten bis Mitternacht wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Ein Krisenzentrum zur Betreuung der Angehörigen wurde von der Gemeinde in Frankreich eingerichtet.
Unter den Opfern des Attentats befand sich auch ein 37-jähriger Deutscher, der leicht verletzt wurde und das Krankenhaus bereits wieder verlassen konnte. Drei Saudiarabier und drei Ägypter wurden ebenfalls bei dem Bombenanschlag verwundet.
Laut Angaben des CNN wurden zwischenzeitlich 2 Verdächtige verhaftet – ein Mann und eine Frau zu deren Identität die ägyptischen Sicherheitskräfte noch keine Einzelheiten mitteilten. Ein entsprechendes Bekennerschreiben liegt noch nicht vor. Die folgenschweren Attentate in der Vergangenheit waren in Ägypten von der Islamistengruppe Dschamaa Islamija und von der Tauhid wal Dschihad verübt worden.
Der arabische Sender El Dschasira meldete, dass ein Polizist zum Hergang der Explosion Angaben gemacht hätte. Es soll sich um einen Sprengkörper, vielleicht um eine Handgranate gehandelt haben. Laut den Berichten von Augenzeugen soll der Sprengsatz aus einem Hotel auf die Menschen geworfen worden sein. Gemäß den offiziellen Angaben und den Meldungen der CNN zufolge soll der Sprengkörper und einer Sitzgelegenheit aus Stein versteckt gewesen sein. Durch die umher fliegenden Steinsplitter und Marmorteile wurden Passanten verletzt. Blutspuren waren auf dem Platz vor der Moschee zu sehen. Ein weiterer Sprengsatz sollte anscheinend noch für ein größeres Ausmaß des Schadens sorgen – dieser konnte jedoch nach Angaben der Sicherheitskräfte entschärft werden.
Die Leute in der Moschee hatten diese nach dem lauten Knall panikartig verlassen, unklar war zunächst, ob das Attentat gezielt auf Touristen verübt werden sollte. Der Khan-el-Khalili-Basar wird täglich von Tausenden Touristen besucht und liegt in der Altstadt von Kairo. Die historische Hussein-Moschee liegt in unmittelbarer Nähe des Basars. Obwohl die Sicherheitskräfte in Ägypten seit den folgenschweren Attentaten im Jahr 1997 die Sicherheitsvorkehrungen stark verschärft hatten und eine enorme Präsenz zeigen, waren in den letzten Jahren immer wieder Anschläge auf Touristen ausgeübt worden. Bereits im April 2005 war ein Anschlag auf den Basar verübt worden, dem 3 Touristen zum Opfer fielen. Das letzte Attentat auf Touristen in Ägypten war im Jahr 2006 auf der Sinai-Halbinsel im Badeort Dahab, dabei waren 20 Menschen umgekommen.

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