Mrz

18

2009

Krankmeldung von Arbeitnehmern im Urlaub – Arbeitgeber muss umgehend informiert werden

Abgelegt in Allgemein

Viele sind im Urlaub manchmal von leichter Unpässlichkeit betroffen. Schnupfen oder leichte Erkältungen infolge der Klimaumstellung oder auch Durchfall aufgrund der ungewohnten Speisen sind nicht selten. Wegen solcher Kleinigkeiten suchen die meisten keinen Arzt am Urlaubsort auf, dennoch kann es auch passieren, dass es einen im Urlaub schwerer erwischt. Dann ist es auf jeden Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen – gerade in Tropengebieten sind die Ärzte vor Ort auf eventuelle Tropenkrankheiten spezialisiert.

Der eigenen Gesundheit zuliebe, sollte bei schweren Erkrankungen mit einer Behandlung nicht bis zur Heimreise gewartet werden. Arbeitnehmer oder Selbständige, die eine Krankentagegeldversicherung haben, können sich zudem im Ausland vom Arzt die Arbeitsunfähigkeit bestätigen lassen. Bei Arbeitnehmern werden dann für die Dauer des ärztlichen Attests zur Arbeitsunfähigkeit keine Urlaubstage abgezogen. Dabei darf der Arbeitnehmer keinesfalls seinen Urlaub um die Anzahl der Krankheitstage verlängern, dasselbe darf der Arbeitgeber auch nicht von den Mitarbeitern verlangen.

Dabei ist vorausgesetzt, dass der Arbeitgeber unverzüglich über die Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters informiert wird. Dies ist innerhalb des Entgeltfortzahlungsgesetzes geregelt und gilt auch bei einem Auslandsaufenthalt. Eine telefonische Information sollte spätestens am Folgetag der Krankmeldung erfolgen, was heutzutage, im Zeitalter von Handy und Internet, kein Problem darstellen sollte. Daher ist die Ausrede eines abgeschiedenen Urlaubsziels kaum gültig. Durch die sofortige Information an den Arbeitgeber und die Verpflichtung zur Mitteilung der Urlaubsadresse wird dem Arbeitgeben die Möglichkeit zur Überprüfung der Erkrankung gegeben, was der Hintergrund dieser Gesetzesregelung ist. Ein Anruf oder eine E-Mail vom Urlaubsort ist jedoch allein nicht ausreichend. Die Krankmeldung des Arztes muss dem Arbeitgeber in der Regel spätestens am 4. Tag im Original vorliegen. Dabei muss die Krankmeldung gemäß denselben Vorgaben ausgestellt sein, wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zuhause, also den Namen und die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit beinhalten. Längere Laufzeiten bei der Briefbeförderung können ohne Verschulden der erkrankten Mitarbeiter anerkannt werden, sind lange Beförderungszeiten aber vorher absehbar gewesen, geschieht dies auf eigenes Verschulden der Mitarbeiter. Das bedeutet bei einem Urlaub in Fernreisezielen kann der Brief im Regelfall nicht rechtzeitig beim Arbeitnehmer eintreffen – dann sollte das Dokument auf jeden Fall vorab an den Arbeitgeber gefaxt werden. Die Kosten für die Übersendung der Krankmeldung aus dem Ausland müssen vom Arbeitgeber getragen werden. Des Weiteren ist der Arbeitnehmer verpflichtet, den Arbeitgeber hinsichtlich der Rückreise exakt zu informieren.

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