Da es sich bei mir persönlich nicht um meinen ersten Kreta Urlaub gehandelt hat, war ich schon vor Urlaubsbeginn sehr gespannt, was sich auf der schönen griechischen Insel nach 3 Jahren so alles verändert hat. Beim ersten Urlaub war ich im Mai 2005 in einem kleinen Ort Kavros, der nur etwa 3 Kilometer von Georgiopolis entfernt ist. Da ich diesen Urlaub damals wegen der Zeit außerhalb der Schulferien mit einer Bekannten verbracht hatte, wollte ich auch in diesem Urlaub natürlich meiner Familie diese Region vorstellen. Vor allem hatte ich vor 3 Jahren einen Hund aus Kreta mitgebracht, der aus Kavros kam und dieser Ort war dann selbstverständlich für meine Tochter äußerst interessant.
Unser Urlaubsziel in diesem Jahr war Hersonissos, das etwa 30 Kilometer östlich von Heraklion liegt, also genau in entgegen gesetzter Richtung als Kavros. Dennoch behielten wir von Anfang an eine Tour in den Westen Kretas im Auge. Schließlich wollte ich meiner Familie nicht nur den Herkunftsort unseres Hundes zeigen, sondern sie auch zum Strand von Preveli, nach Agia Galini und auch an den einzigen Süßwassersee in Kreta führen, der in der Nähe von Kavros liegt. An diesem See können Schildkröten bewundert werden, was für unsere Tochter sicherlich ein toller Spaß sein sollte. Auch der Strand von Preveli, der wie eine Oase wirkt mit seiner faszinierenden Palmenlandschaft, durch die sich wunderbare Wanderungen in absolute Natur anbieten, war ein geplantes Ausflugsziel für unsere Familie.


Schon bei der Ankunft im Hotel auf Kreta in Hersonissos waren wir begeistert von der für uns perfekten Lage. Zum Hafen, dessen Region tagsüber zum Bummeln, Shoppen und zu Besuchen in Restaurants oder Cafes einlud und auch zum Strand waren es nur wenige Meter. Ich hatte auch dieses Mal wieder genau das Passende herausgesucht, was nicht immer einfach ist, wenn man sich auf die Hotel- und Ortsbeschreibungen der Reiseveranstalter verlässt. Interessant war im Hotel auch, dass dort in der ersten Woche anscheinend ein Test hinsichtlich der kompletten Umstellung auf All Inklusiv stattfand. Allen Gästen wurde gleich nach der Ankunft zu einem äußerst günstigen Preis ein Upgrade von Halbpension zu All Inklusiv angeboten, das auch alle anscheinend angenommen hatten. Für uns war das mit Kind natürlich ideal, auch wenn nicht alle Getränke beinhaltet waren und das Angebot auch vom Frühstück bis 23 Uhr begrenzt war. Viele der Gäste nutzten hier natürlich die Angebote der Cocktails und der alkoholischen Getränke aus und deckten sich wohl kurz vor 23 Uhr noch mit Getränken ein. Leider war es dann am Ende der ersten Woche einige Male extrem laut im Hotel und in der zweiten Woche schien das Hotel das Angebot des Upgrades an die Gäste nicht mehr gemacht zuhaben. Immer mehr Halbpension Gäste waren wieder im Hotel zu sehen und es war auch wieder ruhiger. Für uns war es äußerst interessant, diese Entwicklungen und Entscheidungen zu beobachten, manche Gäste haben sich jedoch sicherlich in der ersten Woche beschwert.


Hersonissos an sich ist dabei, sich zu einem ballermannähnlichen Urlaubsziel zu entwickeln, das rein auf Partygäste setzt. Ob dies für diesen eigentlich wunderschönen Ort tatsächlich von Vorteil ist, bleibt abzuwarten. Am Hafen zum Beispiel war es tagsüber herrlich, zu bummeln oder in einem Cafe oder einer Eisdiele zu sitzen. Je später der Abend umso mehr Leute fanden sich auf der Partymeile ein und ab Mitternacht ist es dort fast unmöglich, zu gehen, ohne sich drängeln zu müssen. Unser Hotel war zwar nur 5 Minuten von Strand und auch Hafen entfernt, aber es war dennoch kein Lärm zu hören. Denn nachts ist der Hafen anscheinend mit Techno-Rhythmen erfüllt und die Urlauber, die in den Bars keinen Platz finden, tanzen einfach auf der Hafenpromenade. Dennoch bekamen auch wir teilweise mit, wenn die Hotelgäste nachts betrunken in ihr
e Zimmer kamen.
Während der ersten Woche waren wir meistens am Pool und haben uns gebräunt. Meine Tochter hatte schon am ersten Tag eine Bimmelbahn entdeckt, mit der sie natürlich auf jeden Fall fahren wollte. Wir brauchten mehrere Anläufe, um endlich eine Bahn zu erwischen, die auch noch genügend Platz für Mitfahrer hatte. Zum einen ist die Bahn natürlich genauso pünktlich wie alles auf Kreta – es kann also immer mit 30 Minuten oder sogar mehr Verspätung gerechnet werden. Wie überall in Griechenland ist auch auf Kreta die Lebenseinstellung einfach faszinierend. Keine Hektik und was heute nicht geht, wird einfach morgen erledigt. Die erste Bahn, die dann an die Haltestelle kam, war total überfüllt, sodass ich meiner Tochter versprochen habe, dass wir am nächsten Tag eine Bahn nehmen, die morgens fährt. Schließlich ist Hersonissos durch ein ausgiebiges Nachtleben geprägt und viele der Partytouristen schlafen dann am Vormittag noch. Mit dieser Vermutung lag ich total richtig, die Bähnchen am Morgen waren fast unbesetzt und wir konnten die lustige Holperfahrt durch über die Bergstraßen und am Strand entlang genießen.
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